Fluoride in der Zahnmedizin

Die Bedeutung der Fluoride ist für die Zahnmedizin besonders wichtig. Die Zähne unterliegen ständigen Säureangriffen durch unsere Nahrungsaufnahme. Kurz nach der Nahrungsaufnahme sinkt der pH Wert des Speichels und es herrscht ein saures Milieu. Dies wird durch die Bakterien, die sich in der Mundhöhle befinden, hervorgerufen. Die Bakterien verwerten den aufgenommenen Zucker und geben dabei einfach formuliert eine Säure ab. Dies führt an den Zähnen zu Demineralisationsvorgängen. Es werden dabei Mineralien aus dem Zahn herausgelöst und der Zahn bekommt dadurch poröse Stellen. Somit können die Bakterien nun weiter in die Tiefe des Zahnes hervordringen.

Mineralien im Speichel können diese offenen Stellen jedoch füllen. Dazu muss der Körper die Möglichkeit haben zu arbeiten, d.h. zwischen den Mahlzeiten muss eine Pause bestehen. Wenn aber ständig süßes als Zwischenmahlzeit ins Spiel kommt, wirkt auch der Speichel nicht adäquat und die Demineralisationsvorgänge überwiegen. Remineralisation kann aber ebenfalls durch extern zugeführte Fluoridverbindungen, wie sie in Zahnpasten oder Fluoridlacken enthalten sind, begünstigt werden.

Fluoride sind nämlich wichtig um den Zahnschmelz zu stärken. Die offenen, porösen Stellen werden durch die Fluoride wieder gedeckt und es entsteht wieder eine fester Verbund, sodass keine Bakterien in die Tiefe dringen können. Dadurch entfalten sie ihre kariesprotektive Wirkung.

Parodontale Betreuung in der Implantologie

In vielen modernen Praxen stellt die Prophylaxe, Therapie und Nachbetreuung parodontal erkrankter Patienten einen Behandlungsschwerpunkt dar. Dieses Aufgabengebiet, sowie die Betreuung implantologisch versorgter Patienten stellen höchste Anforderungen in Bezug auf Ausbildung, Wissen und Können an den Zahnarzt, die Prophylaxeassistentin (ZMP) oder Dentalhygienikerin (DH) und das gesamten Behandlungsteam. Aber auch die Ausstattungsdetails der Praxis können einen entscheidenden Beitrag zur Vereinfachung der bekanntermaßen lebenslangen Betreuung und Gesunderhaltung dieser Patientengruppen leisten.
Eine wichtigen Beitrag hierfür kann dabei ein druckkalibriertes Messinstrument für die Sondierungstiefen (Taschentiefen) sein, die Florida-Probe.

Für die Diagnostik, Therapie und posttherapeutische Betreuung ist die regelmäßige Evaluation bzw. Reevaluation der parodontalen Verhältnisse notwendig. Hierfür hat sich in der täglichen Praxis die Erhebung verschiedener Parameter als sinnvoll erwiesen. Neben der obligaten Messung der Rezessionen und der Sondierungstiefen sind dies der Furkationsbefall, die Mobilität sowie Blutung und Suppuration. Diese Daten vermitteln ein exaktes Bild über den Gesundheitszustand des Zahnhalteapparates und liefern konkrete Anhaltspunkte für die in der Therapie oder posttherapeutischen Betreuung erforderlichen Maßnahmen.

Einer der wichtigsten Indikatoren in der prätherapeutischen Diagnostik ist die Sondierungstiefe. Um eine Reproduzierbarkeit im Laufe der langjährigen posttherapeutischen Betreuung gewährleisten zu können ist eine standardisierte Messung der Sondierungstiefen von besonderer Relevanz. Dies gilt insbesondere für die Messung von Sondierungstiefen zur Evaluation der periimplantären Gesundheit, da die Sondierungstiefenmessung an Implantaten empfindlicher auf Druckveränderungen reagiert als die Messung an Zähnen.

Im Jahr 1988 wird von Gibbs die Floridaprobe vorgestellt. Es handelt sich um ein parodontales Sondierungstiefenmesssystem. Vorteile dieses Systems sind insbesondere die exakte, auf 0,1 mm genaue, elektronische Messung der Sondierungstiefe, der konstante Sondierungsdruck von 15 p, die sehr grazile Sondenspitze mit einem Durchmesser von nur 0,4 mm und die Speicherung der gewonnen Daten auf dem Computer. Vergleiche zwischen Sondierungsmessungen mit der Handsonde und der Floridaprobe ergaben deutliche Vorteile für die elektronische Sonde. Die Reproduzierbarkeit der Messungen mit der Floridaprobe war der Handmessung überlegen. Außerdem konnten mit Hilfe der Floridaprobe  Veränderungen de Sondierungstiefen bereits bei Veränderungen von weniger als 1 mm entdeckt werden.

Entscheidende Vorteile der Floridaprobe für die Patienten aber auch die Praxis sind vor allem der zügige Arbeitsablauf und die schnelle, effiziente Messung, mit einer Dauer von etwa 10 Minuten. Es entfällt die Fehlerquelle bei der Ablesung der Handsonde. Als weiteres Plus ist eindeutig die – im Vergleich zur Handsonde – höhere Reproduzierbarkeit der erhobenen Befunde zu nennen. Durch die Druckkalibrierung der Floridaprobe ist eine Messung mit gleich bleibendem standardisierten Druck von 15 p gewährleistet. Das garantiert geringere Messabweichungen bei gleichen Behandlern in verschiedenen Untersuchungen aber auch beim Vergleich verschiedener Behandler. Nicht zuletzt werden durch die Grazilität der Messsonde geringe Schmerzsensationen hervorgerufen. Das resultiert in einer hohen Patientenakzeptanz und deshalb wird eine regelmäßige Messung von den Patienten leichter erduldet.

Ein wichtiger Programmbestandteil ist die parodontale Risikobeurteilunganhand verschiedener Kriterien wie Umwelt- und genetischer Faktoren, Zahn- und Knochenverlust, Sondierungstiefe sowie dem Status beim „Bluten auf Sondierung“ Er kann im Zusammenhang mit anderen Faktoren hilfreich sein bei der Bestimmung des Recallintervalls. Es wird eine Einteilung in drei Risikoklassen vorgenommen (normal, mittel, hoch) und die Empfehlung von Ramseier und Lang lautet für normales Risiko ein 6-12-monatiges Recall, für mittleres und hohes Risiko ein 6- bzw. 3-monatiges Recallintervall zu etablieren. DieAbbildung zeigt die Bildschirmseite der Floridaprobe zur Risikobeurteilung am Beispiel eines Patienten mit hohem parodontalen Risiko.