Von der Zahnlücke bis zum Implantat

Die schonende Entfernung des nicht erhaltungswürdigen Zahnes, die Wundversorgung nach der Zahnextraktion und auch der Zeitpunkt der Implantation sind wichtige Parameter für die erfolgreiche Einheilung des Zahnimplantates.

Um die Knochenstrukturen zu schützen, die später als Gerüst für das Implantat dienen, muss der Zahn vorsichtig extrahiert und die Knochenhöhle zum Schutz mit einer Membran abgedeckt werden. Diese Membranen werden zur gesteuerten Knochen- und Geweberegeneration eingesetzt. In die Wunde eingesetzt verhindern diese Membranen, dass Bindegewebszellen in den Defekt einwandern können. Somit haben Knochen bildende Zellen ausreichend Zeit, um neuen Knochen in der Defekthöhle nach der Zahnextraktion zu bilden. Folglich kann der Kieferkamm erhalten werden, um später eine gute Basis zur Implantation vorzufinden.

Auch der Zeitpunkt ist wichtig für den Erfolg, da ab einer bestimmten Zeit der Knochen sich ohne weitere Versorgung wieder abbaut. Um unnötigen Knochenabbau zu vermeiden, sollte die Implantation nicht hinausgezögert werden.

Periimplantitis

Die Periimplantitis ist eine entzündliche Veränderung der künstlichen Zahnwurzel, dem Implantat. Die Erkrankung ist vergleichbar mit einer Zahnbetterkrankung (Parodontitis) am natürlichen Zahn. Sie geht einher mit einem Rückgang der Schleimhaut und dem Knochen um das Implantat herum und führt unbehandelt zum Implantatverlust. Die Ursache für diese Erkrankung sind primär anhaftende Beläge auf den Zähnen bzw. der künstlichen Zahnkronen. Bei unzureichender Mundhygiene vermehren sich pathogene (krankmachende) Keime und Bakterien und führen langfristig zu starken Entzündungen an der Schleimhaut, das im weiteren Verlauf zu Knochenabbau führen kann.

Neben einer schlechten Mundhygiene führen auch folgende Faktoren zu einer Periimplantitis:

Rauchen
Diabetes mellitus
Parodontitis marginalis der Nachbarzähne (Zahnbetterkrankung)
hormonelle Veränderungen
Stress

Zu den Symptomen einer Periimplantitis zählen ein Zahnfleischrückgang, eventuelle Schmerzen im Bereich des Kieferknochens und Lockerung des Implantates. Da sich jedoch solche Symptome meistens im fortgeschrittenen Stadium manifestieren, ist es ratsam regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt durchführen zu lassen, um Erkrankungen im frühen Stadium erkennen zu können.

Die Behandlung einer Periimplantitis wird bestimmt durch das Ausmaß der Erkrankung. Erkrankungen im Frühstadium können durch eine professionelle Zahnreinigung und Einstellen einer guten Mundhygiene behandelt werden. Erkrankungen im späten Stadium müssen chirurgisch behandelt werden. Dabei werden die Implantatoberflächen unter Sicht gereinigt.

Zur Vermeidung solch einer Erkrankung ist die häusliche Mundhygiene von besonderer Bedeutung. Außerdem können regelmäßige Prophylaxesitzungen zur Gesunderhaltung der Zähne und Implantate beitragen.

Knochenersatzmaterialien

Der langfristige Implantaterfolg wird von dem knöchernen Fundament beeinflusst. Um ein günstiges Fundament für die Implantation zu schaffen, muss bei bestehenden Defiziten der Knochen mit geeigneten Knochenersatzmaterialien aufgebaut werden.

Als Augmentat (Aufbau) stehen Knochenersatzmaterialien, wie z.B. synthetischen oder xenogenem (Knochenimplantat von einer anderen Spezies, wie z.B. vom Rind (bovin), Pferd (equin) oder vom Schwein (porcin)) Ursprungs zur Verfügung. Die Materialien werden in einem aufwändigen Verfahren gereinigt, wodurch jegliches Infektionsrisiko ausgeschlossen ist. Diese Materialien werden in den Defekt eingebracht und dienen als Leitschiene für körpereigene Knochen bildende Zellen. Diese Zellen besiedeln die Oberfläche der Knochenersatzmaterialen und können so den Defekt mit neuem Knochen füllen.

Als weitere Alternative besteht die Möglichkeit Defekte mit autogenem Knochen (eigener Knochen) zu versorgen. Dazu werden Knochenblöcke an einer anderen Stelle des Körpers, wie z.B. Kieferknochen oder Beckenkamm, entnommen und transplantiert.

Knochenersatzmaterialien stellen eine gute Alternative zu eigenem Knochen dar, da ein weiterer chirurgischer Eingriff umgegangen werden kann.

Aufgrund der positiven Eigenschaften von Knochenersatzmaterialien kommt es zur raschen Knochenheilung und vor allem Knochenbildung.

Professionelle Implantatreinigung

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln die nach Zahnverlust inseriert werden.

Zahnimplantate brauchen jedoch eine sehr gute Pflege, damit die künstliche Zahnwurzel lange gesund erhalten werden kann. Zahnimplantate stellen eine optimale Versorgung von Zahnlücken dar und können auch im zahnlosen Kiefer zur statisch günstigen Befestigung von Zahnprothesen eingesetzt werden.

Im Gegensatz zu eigenen Zähnen können die künstlichen Zähne nicht an Karies („Zahnfäule“) erkranken, jedoch kann sich das Gewebe um das Implantat bei unzureichender Pflege entzünden und folglich kann dies durch Knochenabbau um das Implantat zum Verlust des Implantates führen. Deshalb ist es wichtig die Implantate gut zu reinigen. Wichtig ist auch, die Zähne durch geeignete Hilfsmittel, wie Zahnseide, Interdentalbürstchen und Zahnbürste (z.B. elektrische Zahnbürste) sauber zu halten. Denn jede am Zahn anhaftende Plaque enthält viele Bakterien die zu Erkrankungen an den Zähnen führen kann.

Die professionelle Zahnreinigung, die durch speziell geschultes Fachpersonal durchgeführt wird, trägt einen erheblichen Beitrag zur Gesunderhaltung des Systems bei.

Bei der professionellen Zahnreinigung werden vor allem tiefer liegende Beläge mit speziellen Instrumenten gereinigt und poliert. Außerdem wird in regelmäßigen Sitzungen die Mundhygiene beurteilt und ein Mundhygienekonzept für die häusliche Pflege erarbeitet.

Informationen zum Verhalten nach chirurgischen Eingriffen

Beachten Sie bitte diese Hinweise gewissenhaft, um das Risiko von Wundheilungsstörungen möglichst gering zu halten und dadurch den Therapieerfolg nicht zu gefährden.

– Bedenken Sie, dass Ihre Fahrtüchtigkeit herabgesetzt sein kann, insbesondere wenn Sie Anästhesien (Spritzen) erhalten oder Medikamente eingenommen haben.

– Bitte essen Sie erst wieder, wenn die Betäubung in der Behandlungsregion vollständig verschwunden ist. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Sie sich unbemerkt Bissverletzungen zufügen. Bitte trinken Sie während dieser Zeit auch keine heißen Getränke.

– Am Operationstag sollten Sie nicht rauchen und keinen Kaffee, Tee oder Alkohol trinken.

– Bitte putzen Sie heute Abend bereits wieder vorsichtig die Zähne.

– Um die Nähte in der behandelten Region nicht zu gefährden und zur Vermeidung von Wundheilungsstörungen putzen Sie bitte die Zähne in der direkten Umgebung der Wunde nicht. Falls ein Parodontalverband angelegt wurde, wird auch in dieser Region nicht geputzt. Statt dessen spülen Sie 3x täglich für jeweils 2 Minuten den Mund kräftig mit der Ihnen verordneten Spüllösung aus. Ständiges Saugen und Spülen schadet allerdings der Wundregion. Die nicht behandelten Zähne werden während dieser Zeit selbstverständlich wie üblich geputzt.

– In der ersten Nacht nach der Operation sollten Sie Ihren Kopf durch ein zweites Kissen höher lagern.

– Sollte wider Erwarten eine Nachblutung auftreten, so legen Sie eine saubere Mullbinde oder ein frisches Stofftuch auf Wunde und beißen so zu, dass geringfügiger Druck auf der Wunde entsteht. Sie sollten sich nicht hinlegen sondern sitzen. Wenn die Blutung nach 1-2 Stunden nicht zum Stehen gekommen ist, setzen Sie sich bitte mit der Praxis bzw. dem Notdienst in Verbindung. In keinem Falle spülen oder fortgesetzt ausspucken.

– Bei Schwellungen innerhalb der ersten 48 Stunden keine Wärme anwenden! Bitte kühlen Sie die behandelte Region im Wechsel für mehrere Stunden, um ein Anschwellen zu vermeiden. Sie sollten dafür ein Kühlkissen benutzen oder zerstoßene Eiswürfel in eine Plastiktüte oder eine Wärmflasche geben, ein feuchtes Handtuch darum wickeln, und damit im Wechsel kühlen (20 Minuten Kühlung, 20 Minuten Pause und so weiter). Bei später auftretenden Schwellungen melden Sie sich zur Nachbehandlung bitte in der Praxis.

– Nach 7-10 Tagen müssen die Fäden entfernt werden. Halten Sie diesen Termin bitte unbedingt ein.

– Sollten Schmerzen oder andere Komplikationen auftreten, suchen Sie bitte unsere Sprechstunde auf, oder rufen Sie uns zumindest an. Ein leichter Wundschmerz ist normal.

– Bei pochenden oder pulsierenden Schmerzen sollten Sie sich mit uns in Verbindung setzen.

– Verordnete Antibiotika nehmen Sie bitte ohne Unterbrechung genau nach Anweisung ein bis die verordnete Packungsgröße restlos aufgebraucht ist. Während der Einnahme von Antibiotika nehmen Sie bitte keine Milchprodukte zu sich. Sollten Sie eine Antibabypille einnehmen, beachten Sie bitte, dass die Wirkung durch das Antibiotikum herabgesetzt sein kann.

– Verordnete Schmerzmittel sollten Sie bei Bedarf einnehmen. Maximal 3-4 mal täglich 1-2 Tabletten.