Was genau passiert beim Zähne Bleichen?

Helle Zähne – das wünschen sich die meisten Menschen, denn sie sind ein Zeichen für Gesundheit, Jugend und Gepflegtheit. Studien gehen sogar noch weiter und sagen, dass Menschen mit hellen Zähnen unbewusst als intelligenter, vertrauenswürdiger und freundlicher wahrgenommen werden als Menschen mit dunklen Zähnen. Folglich informieren sich Patienten vermehrt über die Möglichkeiten der Zahnaufhellung – doch was passiert dabei eigentlich genau?

Das Prinzip kann man sich ähnlich vorstellen wie das Blondieren der Haare beim Frisör. Die dunklen Farbpigmente der Zähne werden mit speziellen carbamid- oder wasserstoffperoxidhaltigen Substanzen aufgehellt. Diese dringen in den Zahnschmelz ein und spalten dort Sauerstoff-Radikale ab, die die dunklen Farbstoffe chemisch so verändern, dass sie weniger sichtbar sind.
Gebleicht werden kann in der Zahnarztpraxis oder zu Hause. Beim „Home Bleaching“ werden individuelle Zahnschienen durch den Zahnarzt angefertigt und ca. 60 Minuten am Tag mit einem speziellen Bleichgel aufgefüllt und getragen, bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist. Beim „In-Office-Bleaching“ werden die Zähne in einer einzigen ca. 90-minütigen Sitzung beim Zahnarzt aufgehellt. Hierbei werden höher konzentrierte Präparate eingesetzt, die das Bleichen beschleunigen. In beiden Fällen ist eine vorherige professionelle Zahnreinigung unumgänglich, da sonst die harten und weichen Zahnbeläge ein direktes Bleichen der Zähne verhindern.

Eine weitere Möglichkeit ist das „Interne Bleaching“, das bei wurzelbehandelten Zähnen, die sich dunkel verfärbt haben, Anwendung findet. Hier wird in mehrfachen kurzen Sitzungen beim Zahnarzt der obere Teil der Wurzelfüllung entfernt und das Bleichmittel in den Zahn eingebracht.

In allen Fällen sollte im Vorfeld eine Untersuchung durch den Zahnarzt erfolgen, um herauszufinden, ob Umstande vorhanden sind, die die Erfolgsaussichten der Behandlung verhindern könnten. Dazu zählen Schmelzstörungen oder auch vorhandene Füllungen und Kronen, die dann gegebenenfalls nach dem Bleaching ausgetauscht werden können. Auch muss dem Patienten bekannt sein, dass alle Formen des Bleachings eine Privatleistung darstellen, da sie medizinisch nicht zwingend notwendig sind.

Die Aufhellung der Zähne hält in der Regel einige Jahre an. Die Dauerhaftigkeit wird dabei maßgeblich beeinflusst durch Konsumgewohnheiten – dabei insbesondere Kaffee, Tee, Tabak, Rotwein -, Mundpflege und eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung. Der Vorgang des Bleichens kann jedoch beliebig oft wiederholt werden. Es konnte bisher wissenschaftlich keine bleibende Schädigung der Zahnstruktur festgestellt werden, sofern die Methode beim Zahnarzt korrekt angewendet wird.

Internes Bleaching

Endodontisch behandelte Zähne können sich im Laufe der Zeit dunkel verfärben. Als Ursache für solche Verfärbungen kommen z.B. Blutabbauprodukte in Betracht. Die Zahnpulpa (Zahnnerv) gibt durch den nekrotischen Zerfall (Abstreben der Pulpa) Eiweißstoffe ab. Aus den abgestorbenen Zellresten lösen sich Blutprodukte und somit Eisenverbindungen aus und diffundieren tief in die Dentintubuli (kleinste Kanälchen des Zahnmarkes) und setzen sich dort fest. Das Eisen aus den Blutprodukten reagiert mit dem Schwefelwasserstoff aus den Bakterien zu Eisensulfid. Dies ruft eine gräuliche Verfärbung des Zahnes hervor. Dies kann als besonders störend empfunden werden, da die Farbe sich sehr stark hervorheben kann.

Die Therapie der Wahl bei marktoten Zähnen stellt das interne Bleaching dar. Dazu muss der Zahn mit einer suffizienten (dichten) Wurzelfüllung und einer randdichten Füllung von außen versorgt sein. Bevor mit der Therapie begonnen werden kann, muss der Zahn symptomlos sein. Eine apikale Lyse (Entzündung im apikalen Bereich) muss ausgeschlossen sein.
Absolute Kontraindikation für eine interne Aufhellung stellen Wurzelresorptionen, parodontale Defekte, Aufbissempfindlichkeiten, Entzündungen und insuffiziente Wurzelfüllungen dar.

Nach ausführlicher Diagnostik und Vorbehandlung wird der zu bleachende Zahn unter absoluter Trockenlegung mit einem Kofferdamgummi vorbereitet. Dazu wird die Kavität gereinigt und der koronale Anteil des Zahnes aufbereitet. Die Wurzelfüllung wird mit einem geeigneten Material abgedeckt und das Material zum Bleaching eingelegt. Der Zahn wird wieder dicht verschlossen und die Bleicheinlage kann 3-5 Tage im Zahn einwirken. Falls der erste Durchlauf nicht reicht, kann ein weiteres Bleaching erfolgen. Das Bleichmaterial reagiert dabei mit den Blutprodukten. Der freigesetzte Sauerstoff führt zur Oxidation der Farbstoffe, wodurch die aufhellende Wirkung erzielt wird.