Medikamente, die sich negativ auf die Zahngesundheit auswirken

Bei nahezu jedem Medikament, das man einnimmt, hat man es mit unerwünschten Nebenwirkungen zu tun. Diese wirken sind auf den gesamten Körper und teilweise auch auf den Mundraum aus. Da die Mundhöhle unweigerlich Teil des gesamten Magen-Darm-Traktes ist, gibt es hier zahlreiche Auswirkungen aller möglichen Medikamente. Im Folgenden seien jedoch nur die hauptsächlichen genannt:

1. Mundtrockenheit:
Rund 400 Arzneistoffe senken als Nebenwirkung den Speichelfluss im Mund, was unter anderem zu erhöhtem Kariesrisiko durch eine verminderte Remineralisation führt. Insbesondere bestimmte Psychopharmaka wie trizyklische Antidepressiva (Bsp. Amitriptylin, Clomipramin), Johanniskraut und Neuroleptika (Bsp. Benperidol, Risperidon) fallen unter diese Gruppe.
Sollten Sie unter extremer Mundtrockenheit leiden, sollten Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin nach alternativen Medikamenten befragen. Alternativ gibt es verschiedene Tees, Mundspülungen oder Lutschtabletten, die Ihnen Ihr Zahnarzt / Ihre Zahnärztin verschreiben kann. Auch viel Trinken, saure Bonbons Lutschen oder zuckerfreie Kaugummis Kauen kann helfen.

2. Zahnfleischwucherungen und -entzündungen:
Die so genannte Gingivahyperplasie kann bei verschiedenen Medikamentengruppen auftreten. Hierzu zählen bestimmte Antiepileptika (Bsp. Phenytoin), auch das Immunsupressivum Cyclosporin A ist für diese Nebenwirkung bekannt. Dieses wird beispielsweise nach Organtransplantationen verabreicht. Auch Blutdruck senkende Mittel haben teilweise diese unerwünschte Nebenwirkung (Bsp. Nifedipin, Amlodipin, Nitrendipin). Auch Schwangerschaftshormone können übrigens diese Zahnfleischveränderungen bewirken.
Die Wucherung des Zahnfleisches kann zu Entzündungen und schlecht putzbaren Zahnoberflächen führen. Dies verursacht schlechten Mundgeruch, ein erhöhtes Kariesrisiko und die Gefahr einer Parodontitis. Auch hier sollte eine alternative Medikation in Betracht gezogen werden, in jedem Fall muss aber eine exzellente Mundhygiene betrieben und die Professionelle Zahnreinigung regelmäßig wahrgenommen werden. Gegebenenfalls wird Ihr Zahnarzt / Ihre Zahnärztin von Zeit zu Zeit das überschüssige Zahnfleisch entfernen müssen.

3. Aphthen:
An Aphthen leiden viele Menschen und sie können unterschiedliche Ursachen haben. Teilweise sind sie auf Stress, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder mechanische Reize im Mund zurückzuführen. Medikamente, die als Nebenwirkung Aphthen verursachen können, sind Diuretika (Bsp. Lasix, Hygroton) und einige Antibiotika (Bsp. Tetracycline, Penicilline). Auch die oben genannte Mundtrockenheit kann in der Folge zu Aphthen führen. Diese kann ebenso durch einen Mangel an Eisen, Vitamin B2 oder B12, Folsäure oder Vitamin C zustande kommen.
Die Behandlung von Aphthen ist nicht ganz einfach, da die Ursache oft nicht eindeutig ist. Eine Schmerzstillung bis zur Abheilung kann durch bestimmte Salben bewirkt werden, auch kann Kamille oder Salbei Abhilfe schaffen. Normalerweise heilen Aphthen von alleine innerhalb von etwa zwei Wochen ab.

4. Kiefernekrosen:
Diese unerwünschte Nebenwirkung tritt teilweise bei der Verwendung von Bisphosphonaten (Bsp. Alendronat/Fosamex, Risedronat/Actonel) und monoklonalen Antikörpern (Bsp. Prolia/Denosumab) auf. Sie werden bei bestimmten Tumorarten und auch bei Osteoporose verschrieben und äußern sich in freiliegendem, nicht abheilendem Kieferknochen im Mund. Diese Osteonekrosen treten vor allem nach zahnärztlichen Operationen auf, daher sollten vor der Gabe alle sanierungsbedürftigen Zähne behandelt werden.

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