Sehr geehrte, liebe Patienten,
wir sind ab dem 20.04.2020 wieder für Sie da.

Warum die Praxis für 5 Wochen nur im Notdienstbetrieb gearbeitet hat, habe ich Ihnen bereits erläutert und kann HIER noch einmal nachgelesen werden.

Ich denke, dass damit ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung geleistet werden konnte. Viel wichtiger aber ist mir, dass wir Zeit hatten, unsere Praxisstruktur an die veränderten Anforderungen anzupassen. Diese Maßnahmen dienen dazu die Sicherheit für Sie – unsere Patienten – aber auch für uns – meine Kollegen, Mitarbeiter und mich – zu maximieren und das Risiko einer Übertragung des Coronavirus in der Zahnarztpraxis auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

Im Vergleich zu unseren ärztlichen Kollegen und Pflegern an Intensivbetten, die Patienten mit einer sehr hohen Viruslast behandeln, sind unsere Risiken erheblich geringer. Vorausgesetzt es werden neben den üblichen einige zusätzliche Schutz- und Hygienemaßnahmen erfüllt. Wir tun dies und dürften damit zu einem der hygienischsten Orte Berlins gehören.

Die getroffenen Maßnahmen sind im Einzelnen:

  • Wir vermeiden, wo möglich, die Behandlung von Risikopatienten, wenn nach Abwägung ein Verschieben möglich ist (leider auf einen momentan nicht absehbaren Zeitpunkt) und beschränken uns auf notwendige, indizierte Behandlungen.
  • Gleich beim Eintritt in die Praxis werden Sie um eine Händedesinfektion gebeten und es wird eine Risikoanamnese mit Ihnen durchgeführt.
  • Wir wollen den Kontakt von Patienten untereinander vermeiden. Wir versuchen also nur wenige Patienten zeitgleich im Flur/Wartebereich zu platzieren. Das funktioniert nur mit
  • Termintreue – bitte kommen Sie nicht zu früh oder zu spät, sondern möglichst pünktlich.
  • Hygienemaßnahmen in Zahnarztpraxen sind unter den Fachärzten schon lange herausragend. Wir Zahnärzte sind seit Jahrzehnten mit HIV und Hepatitis C Viren konfrontiert und haben uns darauf eingestellt. FFP2 Masken, Schutzkittel und Visiere komplettieren unseren Schutz bei möglichen infektiösen Behandlungen mit Aerosolbildung nun zusätzlich.
  • Wir können keinen mit dem Corona-Virus infizierten und symptomatischen Patienten in der Praxis selbst behandeln, würden aber im Notfall bei der Vermittlung von Terminen in einer Schwerpunktpraxis behilflich sein.

Trotzdem sind und bleiben wir für Sie da und lassen Sie nicht alleine.

Viele von unseren Patienten haben sich mit uns ein hohes Mundhygieneniveau erarbeitet, um ein Wiederauftreten der Parodontitis (Rezidiv) zu verhindern oder weil sie ein hohes individuelles Kariesrisiko tragen. Wenn nun über 6 Monate keine Dentalhygienikerin arbeiten würde, ist das Ergebnis vorhersehbar: Zahnverlust, erheblicher Therapiebedarf, lange Behandlungszeiten mit hohen zu erwartenden Kosten. Meine Haltung hierzu ist unseren Patienten bekannt und wird von ihnen mitverfolgt. Aus den wissenschaftlichen Studien ist erwiesen, dass eine saubere, gepflegte Mundhöhle nicht so leicht krank wird. Hier ist die wesentliche Eintrittspforte für Bakterien und Viren. Das ist Wissenschaft und kein Marketing. Und genau deshalb ist es auch nicht plötzlich falsch oder überflüssig, nur weil wir es jetzt alle mit der Angst zu tun bekommen.

Die Zahnmedizin gehört zu den systemrelevanten Berufen. In den vergangenen Wochen erleben wir alle, wie richtig und wichtig das ist: ich habe in so kurzer Zeit noch nie so viele überbelastete, abgebrochene und durchgebrochene Zähne gesehen wie jetzt. Auch muskuläre und Kiefergelenkschmerzen zeigen uns, wie es unseren Patienten geht und wo wir aktuell helfen müssen. Das kommt zu den auch sonst anfallenden Wurzelbehandlungen und entzündeten Weisheitszähnen dazu und kann keinesfalls von einzelnen dentalen Notfallzentren gelöst werden. Systemrelevant heißt auch, dass wir genau wie die Kollegen in Krankenhäusern nicht weglaufen können, obwohl auch unser Risiko nicht null, aber sicher beherrschbar ist. Ein Hinweis, sich auf das Notwendige zu beschränken, wäre entbehrlich und durchaus interpretierbar. Der Arzt klärt auf, wägt fachliche und ethische Aspekte individuell ab und rät zu einer Therapie. Die Entscheidung, was ihm notwendig erscheint, trifft der Patient selbst. Das ist jetzt nicht anders als im vergangenen Februar. Zahnheilkunde ist in diesen Zeiten besonders wichtig und muss für alle verfügbar bleiben. Ein Ansteckungsrisiko ist bei uns nachweislich deutlich geringer als bei anderen niedergelassenen Fachärzten und deshalb bleiben die Zahnärzte und Teams für Sie da – WIR auf jeden Fall!
Ihr Team der Zahnarztpraxis