Keramikimplantate

Wissenschaftliche Ergebnisse aus klinischen Langzeitstudien, die bis zu zehn Jahre zurückreichen, zeigen, dass Keramikimplantate aus Zirkonoxid eine metallfreie und biokompatible Behandlungsalternative zu den derzeit üblichen Titanimplantaten bieten. Die veröffentlichten Erfolgs- und Überlebensraten von Keramikimplantaten liegen bei 95%, was vergleichbar mit den Raten von Titanimplantaten ist. Keramikimplantate ermöglichen es, die natürliche Ästhetik der Zahnwurzel zu imitieren.

Gerade im Frontzahnbereich lassen sich so sehr gute ästhetische Ergebnisse erzielen. Ist die Gingiva beispielsweise sehr dünn, so kommt es vor, dass man die Titanschrauben durch die dünne Schleimhaut grau durchschimmern sieht. Bei zahnfarbenen Implantatschrauben lässt sich das vermeiden. Auf dem Zirkonoxid findet eine geringere Plaqueanlagerung statt. Somit besteht ein geringeres Risiko für eine periimplantäre Entzündung. Die Osseointegration, also das Verwachsen der umliegenden Knochengewebe mit der Implantatoberfläche, ist bei vielen

Zirkonoxidimplantaten vergleichbar mit modernen Titanimplantaten mit aufgerauter Oberfläche. Auch das Weichgewebe um das Keramikimplantat legt sich nachweislich optimal an, sodass eine reizfreie Anheftung entsteht. Im Vergleich zu Titanimplantaten konnte eine vergleichbare oder sogar bessere Heilung, weniger entzündliche Infiltrate, eine reduzierte Plaqueadhäsion und eine signifikante Reduktion der bakteriellen Adhäsion beobachtet werden. Dies führt in der Summe zu einem positiven Effekt auf die Gesundheit des periimplantären Weichgewebes. Auch Patienten, die sich aufgrund des Metalls bzw. Titans noch keine Implantate einsetzen lassen wollten oder konnten, können jetzt mit Implantaten versorgt werden. Es kommt zwar selten vor, dennoch gibt es Patienten, mit einer nachgewiesenen Titanunverträglichkeit.

Nach einer anfänglichen Phase der extremen Zurückhaltung, gibt es immer mehr Initiativen, die wissenschaftliche Beiträge zur fortschreitenden Entwicklung von Keramikimplantaten erstellen. Problematisch bei Keramikimplantaten sind die uneinheitlichen Qualitätsstandards der zwischenzeitlich vielschichtig angebotenen Systeme. Hier ist es wichtig, mit renommierten Implantatfirmen zusammenzuarbeiten, die auf mittlerweile mind. zehn Jahre Forschungsergebnisse zurückblicken können und somit technologische Vorreiter auf dem Gebiet der Keramikimplantate sind.
In den letzten Jahren konnten Zirkonoxidmaterialien optimiert werden, sodass das Material exzellente mechanische Eigenschaften wie eine Korrosions- und Abrieberesistenz sowie eine hohe Biegefestigkeit besitzt.

Zirkonoxid kann sich aufgrund seiner zahlreichen positiven Eigenschafen durchaus als Alternative zum Titanimplantat etablieren, wobei es sehr wahrscheinlich das Titanimplantat nicht ersetzen wird, sondern eine Ergänzung zu diesem darstellt. Zum aktuellen Zeitpunkt fehlen im Vergleich zu Titanimplantaten allerdings klinische Langzeitergebnisse, die länger als zehn Jahre zurückreichen.