Medizinische Versorgungszentren

Bei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) handelt es sich um Großpraxen, die mehr als 10 Behandler beschäftigen dürfen. Bevor das Versorgungsstärkungsgesetz 2015 verabschiedet wurde, durfte sich ein MVZ nur aus mehr als 10 Behandlern unterschiedlicher Fachrichtungen zusammensetzen. Seit 2015 dürfen nun auch fachgleiche MVZ gegründet werden, so dass immer mehr zahnärztliche medizinische Versorgungszentren entstehen. Zudem erlaubt das Versorgungsstärkungsgesetz, dass ein solches Versorgungszentrum von fachfremden Investoren gegründet werden darf. Dies wird von der Zahnärzteschaft sehr kritisch beurteilt, da immer mehr Negativfälle aus dem In- und Ausland bekannt werden. Nach Meinung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Bundeszahnärztekammer sollte die Öffnung des Marktes der zahnärztlichen Versorgung für Fremdinvestoren schnellstmöglich wieder geschlossen werden. Der ursprüngliche Sinn des Versorgungsstärkungsgesetzes, die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern und Anreize für Ärzte zu bieten, in strukturschwache Gebiete zu gehen, konnte bisher noch nicht erreicht werden. Fast alle neu errichteten MVZ sind – entgegen der Intention des Gesetzgebers – in struktur- und einkommensstarken Regionen, vor allem in Großstädten entstanden.
Das Hauptproblem dieser gesetzlichen Neuregelung ist die Kommerzialisierung der Zahnmedizin, die letztendlich auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird. Angestellte Zahnärzte und betroffene Mitarbeiter berichten, dass von der Praxisführung in besagten MVZ die Rentabilität als oberstes Ziel vorgegeben wird. Das Problem liegt vor allem in der Möglichkeit der Gründung der MVZ durch Fremdinvestoren und nicht in der Möglichkeit der Gründung von versorgungsgleichen MVZ an sich. In erster Linie sollte die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung im Vordergrund stehen. Diese kann sowohl in einer Einzelpraxis als auch in einem zahnmedizinischen MVZ gut oder schlecht sein. Dabei ist die Organisationsstruktur an sich eher nebensächlich. Entscheidender ist, dass Fremdinvestoren als fachfremde Geldgeber nicht im gleichen Maße wie zahnärztliche Gründer – als persönlich verantwortliche und auch haftende Personen – Kontrolle über die Qualität haben können. Ein MVZ hat im Vergleich zu Einzelpraxen den Vorteil, die Buchhaltung, kaufmännische Tätigkeiten, Personalverantwortung, immer höhere Ansprüche im Qualitätsmanagement, Anschaffungskosten für Material und Geräte etc. zu teilen und so kosten- und zeitsparend zu arbeiten. Es liegen auch einige wenige Beispiele von gut funktionierenden MVZ vor, die trotz ihrer Größe eine leitliniengerechte Qualität einhalten können. In den Medien werden bekanntermaßen in erster Linie natürlich die Negativbeispiele veröffentlicht und nicht die MVZ erwähnt, die ein erfolgreiches und qualitativ angemessenes Konzept haben.
Aus anderen europäischen Ländern liegen allerdings besorgniserregende Berichte über fremdkapitalgesteuerte Dentalketten vor, deren Zersetzungsprozess schon weiter vorangeschritten ist. Das blitzartige aus dem Boden schießen von Großpraxen endete in vielen europäischen Ländern bereits in der Katastrophe.
In Frankreich wurde kürzlich der Fall der bankrotten Dentalkette Dentexia öffentlich gemacht. Über 1500 Patientenbeschwerden (3000 Betroffene) wurden aufgrund von fehlender, falscher, schlechter oder abgebrochener Behandlung bekannt. Ende letzten Jahres wurden 3 der Gründer in Untersuchungshaft genommen wegen „schwerer Täuschung, „betrügerischer Geschäftspraktiken“, „organisierte Geldwäsche“ „Vertrauensbruch“, „Missbrauch von Unternehmenseigentum“, „Steuerhinterziehung“ und „organisierter Bandenbetrug“. 22 Millionen Euro Schulden, 4 von 5 Millionen bereits bezahlten Behandlungen wurden nie durchgeführt und zahlreiche Gehälter nicht gezahlt. Das eigentliche Ziel des Gründers war es „Die Zahngesundheit für alle zugänglich zu machen – mit Angeboten, die zwei- bis dreimal niedriger als der Marktpreis sind“. Eingestellt wurden vor allem unerfahrene Assistenzärzte und Verkaufsassistenten. Rentabilität stand an oberster Stelle, ein bestimmter monatlicher Umsatz wurde vorgeschrieben. Mit aggressiver Werbung wurde das Billigangebot umworben. Patienten, die eine minimalinvasivere oder günstigere Behandlung als Implantate wünschten, wurden weggeschickt. Bezahlt wurde die Behandlung im Voraus. Fehlkalkulationen sorgten für ein Lieferstopp von Materialien, so dass Behandlungen teilweise nicht mehr durchgeführt werden konnten. Dennoch wurden weiter Patienten akquiriert. Sogar ein fachfremder Laie (Nichtzahnarzt) sollte auf Anweisung implantieren. Berufsvorschriften und Leitlinien wurden ignoriert. 9 von 10 Patienten verblieben mit unvollendeten Therapien oder den Folgen von Behandlungsfehlern zurück. Leider ist dies kein Einzelfall.
Zahnärztliche Praxen sollten für eine gute Qualität der Versorgung ihrer Patienten, für Therapiefreiheit der Behandler, zeitgemäße Zahnmedizin und angemessene Arbeitsbedingungen für Zahnärzte und Helferinnen stehen. Viele dieser Punkte können in Großpraxen, die teilweise ihre Versorgungen zu Dumpingpreisen anbieten, nicht eingehalten werden. Zudem werden Einzelpraxen durch die neue Möglichkeit der fachgleichen medizinischen Versorgungszentren langfristig nicht neben den großen Konkurrenten standhalten können, da diese durch die zahlreichen Behandler breitere Öffnungszeiten und auch kosteneffizientere Anschaffungen abdecken können.
Hinzu kommt, dass die zunehmende Bürokratie auch aufgrund der neuen – extrem bürokratischen und praxisfremden – Regulatorien für Einzelpraxen und kleinere Gemeinschaftspraxen nicht mehr ohne weiteres zu bewältigen sein wird. Durch dieses System geht langfristig das Prinzip der zahnärztlichen Freiberuflichkeit verloren.
Es obliegt der Politik zu handeln und die derzeitigen überwiegend negativen Entwicklungen zu stoppen. Ob die ursprüngliche Idee des Versorgungsstärkungsgesetzes der flächendeckenden Versorgung noch ausreichend umgesetzt werden kann, wird sich in der Zukunft zeigen. Sie bleibt aber höchst zweifelhaft.

Keramikimplantate

Wissenschaftliche Ergebnisse aus klinischen Langzeitstudien, die bis zu zehn Jahre zurückreichen, zeigen, dass Keramikimplantate aus Zirkonoxid eine metallfreie und biokompatible Behandlungsalternative zu den derzeit üblichen Titanimplantaten bieten. Die veröffentlichten Erfolgs- und Überlebensraten von Keramikimplantaten liegen bei 95%, was vergleichbar mit den Raten von Titanimplantaten ist. Keramikimplantate ermöglichen es, die natürliche Ästhetik der Zahnwurzel zu imitieren.

Gerade im Frontzahnbereich lassen sich so sehr gute ästhetische Ergebnisse erzielen. Ist die Gingiva beispielsweise sehr dünn, so kommt es vor, dass man die Titanschrauben durch die dünne Schleimhaut grau durchschimmern sieht. Bei zahnfarbenen Implantatschrauben lässt sich das vermeiden. Auf dem Zirkonoxid findet eine geringere Plaqueanlagerung statt. Somit besteht ein geringeres Risiko für eine periimplantäre Entzündung. Die Osseointegration, also das Verwachsen der umliegenden Knochengewebe mit der Implantatoberfläche, ist bei vielen

Zirkonoxidimplantaten vergleichbar mit modernen Titanimplantaten mit aufgerauter Oberfläche. Auch das Weichgewebe um das Keramikimplantat legt sich nachweislich optimal an, sodass eine reizfreie Anheftung entsteht. Im Vergleich zu Titanimplantaten konnte eine vergleichbare oder sogar bessere Heilung, weniger entzündliche Infiltrate, eine reduzierte Plaqueadhäsion und eine signifikante Reduktion der bakteriellen Adhäsion beobachtet werden. Dies führt in der Summe zu einem positiven Effekt auf die Gesundheit des periimplantären Weichgewebes. Auch Patienten, die sich aufgrund des Metalls bzw. Titans noch keine Implantate einsetzen lassen wollten oder konnten, können jetzt mit Implantaten versorgt werden. Es kommt zwar selten vor, dennoch gibt es Patienten, mit einer nachgewiesenen Titanunverträglichkeit.

Nach einer anfänglichen Phase der extremen Zurückhaltung, gibt es immer mehr Initiativen, die wissenschaftliche Beiträge zur fortschreitenden Entwicklung von Keramikimplantaten erstellen. Problematisch bei Keramikimplantaten sind die uneinheitlichen Qualitätsstandards der zwischenzeitlich vielschichtig angebotenen Systeme. Hier ist es wichtig, mit renommierten Implantatfirmen zusammenzuarbeiten, die auf mittlerweile mind. zehn Jahre Forschungsergebnisse zurückblicken können und somit technologische Vorreiter auf dem Gebiet der Keramikimplantate sind.
In den letzten Jahren konnten Zirkonoxidmaterialien optimiert werden, sodass das Material exzellente mechanische Eigenschaften wie eine Korrosions- und Abrieberesistenz sowie eine hohe Biegefestigkeit besitzt.

Zirkonoxid kann sich aufgrund seiner zahlreichen positiven Eigenschafen durchaus als Alternative zum Titanimplantat etablieren, wobei es sehr wahrscheinlich das Titanimplantat nicht ersetzen wird, sondern eine Ergänzung zu diesem darstellt. Zum aktuellen Zeitpunkt fehlen im Vergleich zu Titanimplantaten allerdings klinische Langzeitergebnisse, die länger als zehn Jahre zurückreichen.

Parodontale Betreuung in der Implantologie

In vielen modernen Praxen stellt die Prophylaxe, Therapie und Nachbetreuung parodontal erkrankter Patienten einen Behandlungsschwerpunkt dar. Dieses Aufgabengebiet, sowie die Betreuung implantologisch versorgter Patienten stellen höchste Anforderungen in Bezug auf Ausbildung, Wissen und Können an den Zahnarzt, die Prophylaxeassistentin (ZMP) oder Dentalhygienikerin (DH) und das gesamten Behandlungsteam. Aber auch die Ausstattungsdetails der Praxis können einen entscheidenden Beitrag zur Vereinfachung der bekanntermaßen lebenslangen Betreuung und Gesunderhaltung dieser Patientengruppen leisten.
Eine wichtigen Beitrag hierfür kann dabei ein druckkalibriertes Messinstrument für die Sondierungstiefen (Taschentiefen) sein, die Florida-Probe.

Für die Diagnostik, Therapie und posttherapeutische Betreuung ist die regelmäßige Evaluation bzw. Reevaluation der parodontalen Verhältnisse notwendig. Hierfür hat sich in der täglichen Praxis die Erhebung verschiedener Parameter als sinnvoll erwiesen. Neben der obligaten Messung der Rezessionen und der Sondierungstiefen sind dies der Furkationsbefall, die Mobilität sowie Blutung und Suppuration. Diese Daten vermitteln ein exaktes Bild über den Gesundheitszustand des Zahnhalteapparates und liefern konkrete Anhaltspunkte für die in der Therapie oder posttherapeutischen Betreuung erforderlichen Maßnahmen.

Einer der wichtigsten Indikatoren in der prätherapeutischen Diagnostik ist die Sondierungstiefe. Um eine Reproduzierbarkeit im Laufe der langjährigen posttherapeutischen Betreuung gewährleisten zu können ist eine standardisierte Messung der Sondierungstiefen von besonderer Relevanz. Dies gilt insbesondere für die Messung von Sondierungstiefen zur Evaluation der periimplantären Gesundheit, da die Sondierungstiefenmessung an Implantaten empfindlicher auf Druckveränderungen reagiert als die Messung an Zähnen.

Im Jahr 1988 wird von Gibbs die Floridaprobe vorgestellt. Es handelt sich um ein parodontales Sondierungstiefenmesssystem. Vorteile dieses Systems sind insbesondere die exakte, auf 0,1 mm genaue, elektronische Messung der Sondierungstiefe, der konstante Sondierungsdruck von 15 p, die sehr grazile Sondenspitze mit einem Durchmesser von nur 0,4 mm und die Speicherung der gewonnen Daten auf dem Computer. Vergleiche zwischen Sondierungsmessungen mit der Handsonde und der Floridaprobe ergaben deutliche Vorteile für die elektronische Sonde. Die Reproduzierbarkeit der Messungen mit der Floridaprobe war der Handmessung überlegen. Außerdem konnten mit Hilfe der Floridaprobe  Veränderungen de Sondierungstiefen bereits bei Veränderungen von weniger als 1 mm entdeckt werden.

Entscheidende Vorteile der Floridaprobe für die Patienten aber auch die Praxis sind vor allem der zügige Arbeitsablauf und die schnelle, effiziente Messung, mit einer Dauer von etwa 10 Minuten. Es entfällt die Fehlerquelle bei der Ablesung der Handsonde. Als weiteres Plus ist eindeutig die – im Vergleich zur Handsonde – höhere Reproduzierbarkeit der erhobenen Befunde zu nennen. Durch die Druckkalibrierung der Floridaprobe ist eine Messung mit gleich bleibendem standardisierten Druck von 15 p gewährleistet. Das garantiert geringere Messabweichungen bei gleichen Behandlern in verschiedenen Untersuchungen aber auch beim Vergleich verschiedener Behandler. Nicht zuletzt werden durch die Grazilität der Messsonde geringe Schmerzsensationen hervorgerufen. Das resultiert in einer hohen Patientenakzeptanz und deshalb wird eine regelmäßige Messung von den Patienten leichter erduldet.

Ein wichtiger Programmbestandteil ist die parodontale Risikobeurteilunganhand verschiedener Kriterien wie Umwelt- und genetischer Faktoren, Zahn- und Knochenverlust, Sondierungstiefe sowie dem Status beim „Bluten auf Sondierung“ Er kann im Zusammenhang mit anderen Faktoren hilfreich sein bei der Bestimmung des Recallintervalls. Es wird eine Einteilung in drei Risikoklassen vorgenommen (normal, mittel, hoch) und die Empfehlung von Ramseier und Lang lautet für normales Risiko ein 6-12-monatiges Recall, für mittleres und hohes Risiko ein 6- bzw. 3-monatiges Recallintervall zu etablieren. DieAbbildung zeigt die Bildschirmseite der Floridaprobe zur Risikobeurteilung am Beispiel eines Patienten mit hohem parodontalen Risiko.

Eigenblutplasma in der Zahnmedizin

Die PRGF-Technik (Eigenplasma) ist ein Verfahren zur Förderung der Gewebe- und Knochenheilung. Dies geschieht durch körpereigene Proteine, die in dem Blutplasma enthalten sind. Durch diese Proteine werden Heilungsprozesse angeregt. Dazu wird dem Patienten lediglich eine geringe Menge Blut entnommen und durch Zentrifugation des Blutes wird das Plasma, mit den darin enthaltenen Wachstumsfaktoren aufbereitet.

Das auf diese Weise gewonnene Plasma wird dann in flüssiger oder fester Form in das Wundgebiet, z.B. nach Implantation, Knochenaufbau etc. eingebracht.

Mit Hilfe dieser Methode kommt es zu einer besseren und vor allem schnelleren Wundheilung. Als weiterer positiver Effekt ist die Verringerung von Schmerzen nach operativen Eingriffen zu erwähnen.

Dank der Wachstumshormone kann eine verbesserte Osseointegration (Einheilung) von Implantaten erzielt werden. Des Weiteren können Knochendefekte nach Zahnextraktionen und Entfernung großer Zysten unterstützend behandelt werden.

Bei diesem Verfahren unterstützen die körpereigenen „Heilungszellen“ den Körper in der schwierigen Phase der Wundheilung.

Sinuslift

Die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) kann im Rahmen von implantologischen Eingriffen zur Verdickung des Knochens genutzt werden. Oftmals stellt ein ungünstiges Knochenangebot ein Problem für die Implantation dar. Nach einer Zahnextraktion, vor allem im Bereich der Backenzähne, ist zu beobachten, dass sich der Knochen rasch abbaut. Diesen Knochenschwund kann man mit geeigneten Operationstechniken wieder beseitigen. Durch den Wiederaufbau des Kieferknochens können anschließend Zahnimplantate zum Ersatz  fehlender Zähne inseriert werden. Bei dem chirurgischen Vorgehen werden der indirekte und der direkte Sinuslift unterschieden.

Direkter Sinuslift:
Dabei wird das Zahnfleisch über der Kieferhöhlenwand aufgeklappt und anschließend der dünne Knochen der Sinuswand mit feinen Instrumenten abpäpariert. Unter Sicht wird die dünne Schleimhaut der Kieferhöhle vorsichtig hochgeklappt und der Hohlraum, welches durch das „Lifting“ entsteht mit geeigneten Knochenersatzmaterialien gefüllt. Der Defekt wird verschlossen, indem das Zahnfleisch wieder vernäht wird.

Indirekter Sinuslift:
Hierbei wird die Bohrung für das Implantat als Zugang zur Kieferhöhle genutzt. Zuerst wird das Implantatlager mit speziellen  Bohrern präpariert. Über dieses Bohrloch werden feine Instrumente geschoben und durch leichte Hammerschläge wird die Schleimhaut angehoben. Anschließend wird der Hohlraum ähnlich wie bei der direkten Technik mit Knochersatzmaterialien gefüllt. Danach kann das Implantat primärstabil inseriert werden.

Vorteile vom Zahnimplantat

Es gibt viele Vorteile von Implantatversorgungen im Vergleich zu einer konventionellen Brückenversorgung.

Zahnimplantatversorgungen haben zwar anfänglich höhere Kosten, aber durch die bessere Langzeitprognose ist eine Implantatversorgung eine wirtschaftliche Versorgungsalternative. Beim Scheitern einer Implantatversorgung entstehen geringere Folgekosten für die Reparatur im Gegensatz zu Brückenversorgungen. Falls Brückenversorgungen scheitern, müssen nämlich die Pfeilerzähne und die Brückenzwischenglieder versorgt werden, was zu erheblich höheren Kosten führt. Als ein weiterer, sehr wichtiger Vorteil ist, dass Implantatversorgungen den physiologischen Belastungszustand vor Zahnverlust wiederherstellt. Somit können die Nachbarzähne vor Mehrbelastungen, wie bei Brückenkonstruktionen zu erwarten ist, geschützt werden. Die Kaukräfte können bei Lücken die durch Implantate versorgt werden, wieder gleichmäßig von den Zähnen aufgefangen werden.

Dies ist bei brückenversorgten Zähnen anders. Dabei werden die Pfeilerzähne ( tragende Zähne ) meistens unphysiologisch belastet, da sie auch die Kraft der fehlenden Zähne tragen müssen. Somit resultiert eine deutlich günstigere statische Belastung bei Implantatversorgungen.

Außerdem ergibt sich durch einen physiologischen Reiz des Kieferkamms durch die Implantatversorgung eine nennenswerte Kieferkammprophylaxe. Nicht belastete Kieferkammabschnitte, wie sie durch den Verlust von Zähnen zustande kommt, resultiert ein Kieferkammabbau.

Dies ist zu vergleichen mit dem Muskelabbau bei Nichtgebrauch, z.B. durch Ruhigstellung. Da ein Implantat die Kaukräfte gleichmäßig auf den Kieferknochen leitet, bleibt dieser langfristig erhalten. Brückenversorgungen haben außerdem den Nachteil, dass sich Speisereste unter den Brückengliedern festsetzen können, was zum einen störend für den Betroffenen sein kann und zum anderen aber auch parodontale Probleme verursachen kann.

Die Mundhygiene gestaltet sich bei Implantatversorgungen einfacher als bei Brückenversorgungen. Bei Brückenversorgungen ergeben sich „Schmutznischen“ die zu Erkrankungen des gesamten Kausystems führen können.  Dadurch ergeben sich Parodontalerkrankungen und das Kariesrisiko steigt.

Bei gesunden, lückenbegrenzenden Zähnen, kann durch Implantatversorgungen Zahnsubstanz geschont werden, die bei Brückenversorgungen beschliffen werden müssten. Durch Implantate können somit Zahnhartsubstanzverluste vermieden werden.

Der Kaukomfort steigt durch den Ersatz von fehlenden Zähnen durch Implantate erheblich an, was ein hervorzuhebender Vorteil von Implantatversorgungen darstellt.

Zahnmedizin – Dreidimensionale Bildgebung

Dreidimensionale Bildgebung ist für die modernen Praxis heute unverzichtbar. Es handelt sich hier in der Regel um ein dreidimensionalen Röntgenverfahren, die Dentale Volumentomografie (DVT). Diese hochmoderne digitale Bildgebungstechnik erzeugt extrem präzise, hochaufgelöste räumliche (3D) Bilder und weist dabei eine minimale Strahlenbelastung auf. Die 3D-Diagnostik liefert exakte und sehr detailierte Bilder für zahlreiche Anwendungsbereiche in der Zahnmedizin. Durch die hochauflösende dreidimensionale Bildgebung können anatomische Strukturen klar abgebildet werden. Knöcherne Strukturen sowie anatomisch wichtige und sensible Strukturen (Kieferhöhlen, Nervverläufe, Nervaustrittspunkte) werden in ihrer dreidimensionale Position exakt dargestellt. Dies hat Vorteile bei allen operativen, chirurgischen und implantologischen Eingriffen.

Perfekte Planung für sichere und schonende Eingriffe
In vielen zahnmedizinische Teilbereichen kann durch die DVT eine hohe Planungs- und vor allem auch Erfolgssicherheit erzielt werden. Beispiele dafür sind unter anderem die Implantologie, die Endodontologie (Wurzel-kanalbehandlung) und die Parodontologie (Zahnfleischerkrankung). In der Implantologie kann mittels einer DVT die Position von Implantaten bereits in der Frühphase der Implantatplanung exakt und millimetergenau dreidimensional geplant und mittels Schablonen auf die Operationssituation übertragen werden. Die Verletzung gefährdeter Strukturen (z.B. Nerven) kann so sicher ausgeschlossen werden.

Die DVT in anderen Teilbereichen der Zahnmedizin
In der Parodontologie ermöglicht die DVT die räumliche Darstellung des Ausmasses der knöchernen Destruktionen und somit eine exakte Prognose der Erkrankung und eine exaktere Therapieplanung. Gleiches gilt für zahlreiche andere Bereiche der Zahnmedizin. Die Dentale Volumentomografie dient der dreidimensionalen Darstellung anatomischer Anomalien und Besonderheiten und erzeugt so eine deutlich verbesserte Planungs- und Therapiesicherheit. Dies gilt u.a. für die Darstellung der räumlichen Lage von Weisheitszähnen zur Vermeidung von Nervverletzungen.
Besonders wichtig ist die 3D- Diagnostik auch auf dem Gebiet der Wurzelkanal-behandlungen und besonders von komplizierten Wurzelkanalbehandlungen wie z.B. Revisionen (Wiederholungen von Wurzelkanalbehandlungen). Die zweidimensionale Diagnostik hat im Bereich der Darstellung von Zahnwurzel, Zahnnerv und Wurzelspitze leider erhebliche Schwächen. Viele pathologische Prozesse bleiben unentdeckt. Patienten leiden unter unklaren Beschwerden, die erst mit der dreidimensionalen Bildgebung darstellbar sind und uns somit in die Lage versetzen adäquate erforderliche Therapiemassnahmen vorzunehmen.

Was passiert bei der DVT
Anders als bei der sehr strahlenintensiven Computertomografie (CT) steht oder sitzt der Patient bei etwas mehr als 10 sekündigem horizontalen Umlauf des DVT-Gerätes. Die Strahlenbelastung der DVT liegt aufgrund der Cone-Beam-Technologie (Conebeam-CT – Kegelstrahl) nur geringfügig höher als bei den herkömmlichen Orthopantomogrammen (Panoramaaufnahmen).
Während sich die Röntgenröhre um den Kopf des Patienten bewegt werden zahlreiche Einzelaufnahmen erstellt, die dann durch aufwendige Rechenoperationen zu einem dreidimensionalen Bild zusammengefügt werden. Dieses dreidimensionale Bild kann nun aus allen Ebenenbetrachtet und beurteilt werden und bietet die oben bereits näher ausgeführten diagnostischen Möglichkeiten.

Sofortversorgung in der Zahnmedizin

Provokant kann man fragen: Drängen die Industrie mit ihren Sofortversorgungskampagnen und die Patienten mit Ihrem Anspruchsdenken den Zahnarzt und Implantologen zum Verlassen gut dokumentierter und erfolgreich praktizierter Behandlungsschemata? Oder ist es möglich, die Vorteile der Sofortversorgung und Sofortbelastung auszunutzen, ohne Nachteile in Kauf nehmen zu müssen? Anhand einer gründlichen Literaturrecherche wird das in einem Artikel von Dr. Derk Siebers in der DI international (Dental Implantologie & Parodontologie) dargestellt. Dabei werden Faktoren wie Mikro- und Relativbewegungen, die Primärstabilität, die Knochenqualität und ästhetische Gesichtspunkte eingehend beleuchtet. Es zeigt sich, dass die Sofortversorgung als sicheres Therapiemittel für ausgewählte Behandlungsfälle angesehen werden kann. Wenn sie den gesamten Artikel lesen möchten klicken sie bitte hier.

Verkürzung der Behandlungsdauer
Die Verkürzung der Behandlungsdauer soll die Patientenzufriedenheit und den Patientenkomfort erhöhen. Längere Zeiträume der Zahnlosigkeit oder der Versorgung mit ästhetisch und funktionell kompromittierenden Provisorien können vermieden werden, da beim konventionellen Vorgehen „Wartefristen” durch die Ausheilung der Alveole und die gedeckte, lastfreie Einheilphase entstehen.
Konzepte, die die Behandlungsdauer verkürzen, können sein:
1.    die Sofortimplantation
2.    die Verkürzung der Einheilzeit
3.    die Sofortbelastung oder Sofortversorgung
Bei der Sofortimplantation bleibt dem Patienten die Phase der knöchernen Ausheilung der Alveole nach Zahnentfernung erspart, die nach dem konventionelle Behandlungsprotokoll bis zu 12 Monate dauern sollte. Die Verkürzung oder Beschleunigung der Einheilzeit kann z.B. durch moderne „aktive” Implantatoberflächen oder durch die Verwendung von Wachstumsfaktoren (BMP) erzielt werden. Sofortfunktion heißt, dass unmittelbar ein provisorischer oder definitiver Zahnersatz auf dem Implantat etabliert wird. Zu den Vorteilen der Sofortversorgung gehört, dass die Gefahr durch Mikrobewegungen unter herausnehmbaren Prothesen, das sogenannte „Jiggling“ vermieden wird. Es müssen keine kompromittierten Zähne zur Fixation eines Provisoriums erhalten werden, und es entfällt die Notwendigkeit zahlreicher implantatchirurgischer Eingriffe.

Sofortimplantation
Das die Sofortimplantation eine zuverlässiges, ästhetisches und mit hohen Erfolgsraten einhergehendes Behandlungsprotokoll darstellt, ist in zahlreichen Studien belegt worden. Sofortimplantate weisen Erfolgsraten von mehr als 95 % auf haben gute Prognosen bei einem leicht erhöhten Risiko. Deshalb wird der Kombination von Sofortfunktionsprotokollen mit der Sofortimplantation sowie der Einzelzahnrekonstruktion in der ästhetischen Zone in den letzten Jahren ein immer größerer Stellenwert beigemessen – der sogenannte bimodale Ansatz. Studien belegen, dass es sich bei der Sofortimplantation in Kombination mit Sofortfunktionsprotokollen um eine sichere, vorhersagbare und ästhetische Behandlungsmethode handelt.

Sofortfunktion
Vor allem in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren sind zahlreiche Literaturübersichten, Reviews, Konsensuspapiere und Metaanalysen zum Thema Sofort- und Frühversorgung von dentalen Implantaten erschienen. Gute bis sehr gute Erfolgsraten von 90% und mehr sind in allen Literaturübersichten dokumentiert. Es kann konstatiert werden, dass eine hohe Sicherheit für das Funktionieren und die hohen Erfolgsraten  bei Sofortfunktionsprotokollen besteht. Dies wird durch zahlreiche Studien und Metaanalysen der letzten Jahre belegt. Es scheinen keinerlei Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Behandlungsprotokollen (sofort oder später) vorhanden zu sein.
Allerdings fordern namhafte Autoren auch heute noch: „Sofortfunktionsprotokolle gehören aufgrund des erhöhten Risikos und der noch nicht vollständig geklärten Voraussetzungen in die Hände von geschickten und erfahrenen praktisch tätigen Implantologen.“ Gleiches gilt auch für die Sofortimplantation, die nur von erfahrenen und gut ausgebildeten Behandlungsteams durchgeführt werden sollte.

Den richtigen Spezialisten für meine Implantatbehandlung?

Ich benötige Implantate. Wie finde ich den Zahnarzt, der für meine Behandlung der richtige Ansprechpartner und Behandler ist?

Ist mein Hauszahnarzt ausreichend qualifiziert diese Behandlung durchzuführen? Das hängt sicherlich nicht einzig und allein von einer Zusatzqualifikation oder an einem Zusatztitel ab. Allerdings können diese Qualifikationen durchaus auch hilfreich sein. Wie man die verschiedenen Qualifikationen einordnen kann erfahren sie hier.
Es gibt im Internet zahlreiche zuverlässige Suchmaschinen, die ihnen Spezialisten für Implantologie in ihre Nähe nennen:

Master of Science in Oral Implantology in Ihrer Nähe
Implantologenregister der DGI (Deutsche Gesellschaft für Implantologie)
Implantologensuche bei Implantate.com
Implantologensuche des BdiZ/EDI (Bund der implantologisch tätigen Zahnärzte)

Eine Vielzahl verschiedenster Faktoren, die eine Rolle bei der Suche und Auswahl eines geeigneten und qualifizierten Behandlers spielen. Nicht zuletzt der Eindruck , den die Praxis (modern, Ausstattung usw.) und der Zahnarzt (Qualifikation, nimmt er sich Zeit, klärt er sie adäquat auf usw.) auf sie machen sind wichtige Faktoren für ihre Entscheidung. Stellen Sie Ihrem Zahnarzt gezielte Fragen: Wieviel Implantate setzt ihr Zahnarzt, wie viel Erfahrung hat er auf dem Gebiet der Implantologie? Was passiert bei Misserfolgen? Wie verhält es sich mit der Nachsorge der Implantate? Wer macht den Zahnersatz auf den Implantaten? Es ist wichtig, dass bereits im Vorfeld der chirurgischen Implantation das Zahnersatzkonzept klar festgelegt wurde. Das geht am besten, wenn der Implantologe (chirurgisch tätige Zahnarzt) mit dem Prothetiker (der den Zahnersatz herstellt) in einem Team “Hand in Hand” arbeiten oder wenn die gesamte Arbeit durch einen auf beiden Gebieten (Implantologie und Prothetik) erfahrenen Zahnarzt durchgeführt wird. Eine exemplarische Liste mit 10 Fragen, die sie ihrem Zahnarzt stellen sollten, findet sich unter auf implantate.com.

PRGF-Endoret Technik – Was ist das und welche Vorteile bietet mir das Verfahren für mein Implantat?

Der Begriff PRGF stammt aus dem Englischen und ist die Kurzform für „plasma rich growth factor“. Auf Deutsch lässt es sich am Bsten mit „wachstmsfaktorenreiches Blutplasma“ übersetzen. Es handelt sich um eine Technik, die es ermöglicht Wachstumsfaktoren aus dem Blut zu isolieren. Das sind Proteine (Eiweiß), die sich in Ihrem Körper befinden und in der Lage sind Gewebe zu regenerieren. Durch die Anwendung des „PRGF Endoret Systems“ wird aber nicht nur die Heilung beschleuunigt, sondern auch Entzündungen reduziert und ein Infektionsrisiko verringert. Dabei ist die Technologie zu 100% körpereigen.

Wann kommt dieses System zum Einsatz? Hierfür gibt es breit gefächerte Möglichkeiten: In flüssiger Form dient es dazu, die Oberfläche des Implantats zu benetzen und so dessen Einheilung zu beschleunigen. Soll nach einer Zahnentfernung Knochen wiedergewonnen werden, oder parodontale Knochndefekte aufgefüllt werden so bietet sich die Anwendung von PRGF in Gelform an.

Gerne beraten wir Sie persönlich und informieren Sie über weitere regenerative Maßnahmen, um Ihnen die Behandlung so angenehm und schonend wie möglich gestalten zu können.