Obstruktive Schlafapnoe – OSA

Nächtliche Atemaussetzer, Schlafstörungen, Schnarchen, Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit

Sie werden sich vielleicht wundern, warum ich Sie in unserem Anamnesebogen nach Schlafstörungen, Schnarchen, Abgeschlagenheit und Tagesmüdigkeit frage.

Die Antwort ist ganz einfach: Mehr als ein Viertel aller Menschen leidet unter obstruktiver Schlafapnoe. Hierbei handelt es sich um nächtliche Atemaussetzer. Fast alle haben diese Aussetzer ohne es zu wissen, obwohl es in der Regel zu massiven Einschränkungen der Lebensqualität kommt.

Die aus der OSA resultierenden Folgeerscheinungen wie Schnarchen, Tagesmüdigkeit und Abgeschlagenheit sind mittels spezieller Schienen zu verhindern oder mindestens zu verbessern. Die Herstellung dieser zahngetragenen intraoralen Schienen findet in der Regel in der Zahnarztpraxis statt.

Deshalb möchte ich Ihnen gerne die Zusammenhänge erklären.

Was ist OSA?
Einfach erklärt: Obstruktive Schlafapnoe bedeutet, dass während des Schlafes der weiche Gaumen erschlafft, nach hinten fällt und so die Luftröhre verschließt. Es kommt zu Atemaussetzern, die einerseits die Tiefschlafphasen – und somit den „gesunden Schlaf“ – unterbrechen und andererseits zu einer verminderten Sauerstoffzufuhr zu den Lungen und damit zu allen wichtigen Organen führen. Oft wird dies vom Patienten gar nicht bemerkt.

Folgen dieser OSA sind Schlafstörungen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. In schwereren Fällen kann es sogar zum Sekundenschlaf am Tag kommen.

Wer hat OSA?
Ein großer Anteil der Bevölkerung etwas 25% – also jeder Vierte – hat OSA. Einige leiden darunter, andere bemerken vermeintlich nichts. Wir wissen, dass 25% der Frauen die älter sind als 50 Jahre unter OSA leiden, bei den Männern der gleichen Altersgruppe ist der Anteil sogar bei 50%. Schnarchen kann ein erstes Indiz für die OSA sein.

Was sind die Folgen von OSA?
Neben den bereits erwähnten Folgen, die von vielen Patienten gar nicht wahrgenommen werden, wie Schlafstörungen durch fehlende Tiefschlafphasen, Tagesmüdigkeit und Abgeschlagenheit sind es auch viel schwerwiegendere Folgen. Wir wissen, dass Menschen die an Schlafapnoe leiden ein etwa 5-10-fach erhöhtes Risiko haben einen Unfall zu erleiden. Die Lebensqualität ist in der Regel eingeschränkt und die Gefahr an Krebs zu erkranken ist erhöht. Außerdem steigt das Risiko an einer kardiovaskulären Erkrankung (Herzinfarkt oder Schlaganfall) zu versterben um den Faktor 2,5. Schnarcher mit OSA entwickeln zu 75% eine Hypertonie – also Bluthochdruck.

Wie kann ich feststellen, ob ich an OSA leide?
Es gibt einen einfachen Fragenkatalog von 9 Fragen, die beantwortet werden müssen, um Ihr persönliches Risiko an Schlafapnoe zu leiden feststellen zu können. Wenn Sie mindestens drei dieser Fragen mit JA beantworten, sollten weitergehende Untersuchungen angestellt werden, da Sie das Risiko aufweisen an OSA zu leiden. Gerne können Sie einen entsprechenden Fragebogen von uns erhalten, um Ihr Risiko einzuschätzen.

Wie wird OSA diagnostiziert?
Viele Jahre konnte OSA nur sehr aufwändig im Schlaflabor erkannt und zweifelsfrei diagnostiziert werden. Heute gibt es ein einfaches und zuverlässiges Gerät, mit dem die Diagnose in der Regel nach nur einer Nacht – bzw. mindestens 5 Stunden Schlaf – gestellt werden kann. Dieses Gerät misst fünf verschiedene Variablen: Atemfrequenz, Atemaussetzer, Schnarchen, Puls, Sauerstoffsättigung im Blut und die Schlaflage. Anhand dieser Faktoren kann eine wissenschaftlich fundierte Diagnose über das Vorliegen und den Schweregrad einer OSA gestellt werden und notwendige Therapien eingeleitet werden. Alle diese Daten werden in einen Computerprogramm festgehalten und analysiert.

Wie ist die Therapie der OSA und was kann ich machen, wenn ich unter OSA leide?
Einfache und mittlere Formen der OSA können durch verschiedene Therapien „geheilt“ werden. Dazu gehören unter anderem Schlaflagentraining, Gewichtsreduktion, Zungen- und Gaumenmuskeltraining, Medikamente, aber auch chirurgische Eingriffe. Die einfachste und auch effektivste Methode ist allerdings die Herstellung von Schienen, die auf den Zähnen befestigt werden und die verhindern, dass der Unterkiefer nach hinten sacken kann und so die Luftröhre verschlossen wird. Ein schöner Nebeneffekt dabei ist, dass auch das Schnarchen durch die Schiene verhindert wird.

Schwerwiegende Formen der OSA bedürfen immer einer weiterführenden Diagnostik durch Somnologen (Schlafmediziner) mit einem höheren instrumentativen Aufwand und eventueller Überprüfung der Diagnose in einem Schlaflabor.

Wir werden Ihnen gegebenenfalls gerne Empfehlungen geben.

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Schnarchen & mögliche Therapien

Schnarchen kann ein ernst zu nehmendes Anzeichen für schlafbezogene Atmungs-störungen sein. Es deutet auf eine Verengung der Atemwege hin, die den Betroffenen das Atemholen im Schlaf erschwert. Die typischen Schnarchgeräusche entstehen bei der Anstrengung, durch die verengten Atemwege Luft zu holen.

Etwa 10 bis 30% der Erwachsenen schnarchen im Schlaf. In den meisten Fällen ist jedoch keine Behandlung erforderlich, da das Schnarchen an sich keine Gefahr für die Gesundheit darstellt. Dagegen ist extrem lautes und unregelmäßiges Schnarchen in der Regel ein ernster Hinweis auf eine massive Unterversorgung mit Sauerstoff.

Wenn zusätzlich noch die Zunge nach hinten fällt und die Atemwege verlegt, setzt die Atmung für mehrere Sekunden aus. Es handelt sich dann um eine Schlaf-Apnoe, die zu einem Sauerstoffmangel im Blut und Gehirn führen kann und deshalb für den Patienten eine Bedrohung seiner Gesundheit darstellt.

Wie entstehen beim Schnarchen die Geräusche?
Beim Schnarchen erschlafft die Muskulatur, welche das Gaumensegel strafft. Dieses Segel gerät beim Schnarchen in Schwingung und erzeugt dadurch das Geräusch. Alkohol verstärkt das Schnarchen, er führt schon beim Gesunden zu einer Verlangsamung aller Kontrollmechanismen des Atemzentrums und auch zu einer Erschlaffung der Rachenmuskulatur.

Mögliche Therapien beim Schnarchen
Sehr vielen Patienten kann mit individuell angepassten AufbissSchienen für Ober- und Unterkiefer geholfen werden. Mit diesem technischen Hilfsmittel werden die Atemwege offen gehalten, indem Kiefer, Zunge und weicher Gaumen im Schlaf leicht nach vorne verlagert werden. Eine neue Therapie beim Schnarchen ist das Schnarch-Therapie-Gerät aus Unna, mit dessen Hilfe der Patient auf schonende Art und Weise Übungen zur Straffung der Muskulatur durchführt. Diese Therapie ist ursachenorientiert und ganzheitlich.

Regelmäßiges Training nimmt wirksamen Einfluss auf die Spannung von Gewebe, Muskeln und Haut in Mund und Gesicht. Es stärkt und harmonisiert die Muskelfunktionen, die für Kauen, Schlucken, Sprechen, Atmung, Zahnstellung sowie Mimik und Hautspannung von besonderer Bedeutung sind. Der Patient lernt wieder durch Nase zu atmen, das Schnarchen lässt nach.

Weitere Therapien beim Schnarchen sind die Schlaf-Maske (eventuell mit zusätzlicher Sauerstoffzufuhr) und die chirurgische Straffung der Zungen-Grund-Muskulatur.