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Mein Kind knirscht – ist das normal?

Bruxismus – wie es in der Fachsprache ausgedrückt wird – bedeutet das wiederholte Anspannen der Kaumuskulatur mit resultierendem Knirschen und/oder Pressen der Zahnreihen aufeinander. Es passiert in der Nacht und tagsüber und kann zu Verspannungen der Kiefermuskeln bis hin zu Kopfschmerzen und unerholsamem Schlaf führen. Erkannt wird der Bruxismus entweder durch Selbstbeobachtung, durch den Partner, der das Knirschen der Zähne aufeinander im Schlaf hört oder durch den Zahnarzt, der den übermäßigen Abrieb der Zähne erkennt.

Kinder leiden nicht selten unter täglichen und nächtlichen Formen des Zähneknirschens – meist wird dies zuerst von den Eltern durch teilweise laute Knirschgeräusche erkannt, die in Verbindung mit Schnarchen, Mundatmung und Schlafstörungen auftreten können. Die Häufigkeit des kindlichen Bruxismus wird in der Literatur auf 30-40% geschätzt. Im Milchzahngebiss ist dieser Vorgang in der Regel völlig unbedenklich und sogar physiologisch begründet: Die Kiefer befinden sich im Wachstum, die Milchzähne müssen sich nach und nach in den Mundraum einordnen und sich „passend einreiben“. Im Alter von 0 bis 6 Jahren ist das Zähneknirschen also meist kein Grund zur Sorge. Erst wenn die bleibenden Zähne durchbrechen – die ersten großen Backenzähne kommen im Durchschnitt mit 6 Jahren zum Vorschein – sollte darauf geachtet werden, dass keine frühzeitigen Substanzschäden an den Erwachsenenzähnen entstehen. Dies muss durch den behandelnden Zahnarzt rechtzeitig kontrolliert und gegebenenfalls therapiert werden.

Liegen die Ursachen für das Zähneknirschen in einer gestörten Zahnstellung, kann diese durch geeignete kieferorthopädische Geräte korrigiert werden. Ebenso kann auch im Kindesalter eine Schutzschiene für den Schlaf angefertigt werden, die dem Kieferwachstum regelmäßig angepasst werden muss. Oft findet sich der Ursprung des Knirschens jedoch stattdessen oder zusätzlich in psychologischen Belastungen wie Stress, Schlafstörungen, Angst und ungelösten Problemen. Hier kann das Knirschen nicht allein durch die Korrektur der Zahnstellung aufgelöst werden. Auch das passive Rauchen im Kindesalter konnte in Studien als mögliche Ursache des Zähneknirschens festgestellt werden. Zudem sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen und auch eine genetische Komponente kann als möglicher Grund in Frage kommen.